Aus der Europäischen Presseschau: Der Kronprinz könnte eher spalten als stabilisieren

newsweek-polska (PL) 01. 03. 2026

Der Kronprinz könnte eher spalten als stabilisieren

Die von einigen gehegte Hoffnung, dass Reza Pahlavi eine Übergangsregierung anführen könnte, hält Newsweek Polska für wenig realistisch:

„Als iranische Ein-Mann-Opposition tritt bislang Kronprinz Reza Pahlavi auf, Sohn des vor fast einem halben Jahrhundert gestürzten Schahs. Pahlavi junior ist medial äußerst geschickt, unterhält gute Beziehungen zu Israel und kündigt an, dass er eine Übergangsregierung anführen könnte, bis die Iraner selbst entscheiden, ob sie zur Monarchie zurückkehren oder eine Republik bleiben wollen (die dann nicht mehr islamisch wäre). Die Schwäche des Kronprinzen besteht darin, dass er in seinem Heimatland über keine Strukturen verfügt, sodass sein Einzug in Teheran als Ritter auf weißem Ross die Gesellschaft noch weiter spalten könnte.“


tages-anzeiger (CH) 01. 03. 2026

Das Regime ist nicht am Ende

Die Gefahr einer Stärkung der Hardliner innerhalb des Machtzirkels betrachtet der Tages-Anzeiger:

„Auch wenn Ali Khamenei tot ist, das Regime ist es nicht. Die Revolutionsgarden und die mit ihnen verbundenen paramilitärischen Milizen haben die Macht im Iran faktisch bereits übernommen, als sie die jüngsten Aufstände brutal niederschlugen. Denkbar ist auch, dass die Hardliner innerhalb des Regimes durch die amerikanischen und israelischen Angriffe wieder gestärkt werden. Dazu kommt, dass der Iran ein Vielvölkerstaat ist mit gut 90 Millionen Einwohnern. Die Bevölkerung ist alles andere als homogen und deshalb grossen Zentrifugalkräften ausgesetzt. Neben der persischen Mehrheit gibt es zahlreiche ethnische und religiöse Minderheiten, darunter Aserbaidschaner, Kurden, Araber, Belutschen und Turkmenen.“